Geschichte(n)


Winterkampf


 

 

 

 

 

 

Für den Bereich Schienenfahrzeuge hieß Winterkampf oft Reparatur der Wagenheizungen bzw. den Umbau von vormals mit Kohle beheizten Wagenklappen auf Elektroheizung. Diese Heizungen waren notwendig, um das Anfrieren der im Tagebau geförderten Rohkohle in den Wagen zu vermeiden.

Fotos: Fotozirkel Laubusch

Durch den weiteren Einsatz von Bandanlagen in den Tagebauen stellten Anfrierungen an diesen Anlagen ein großes Problem dar.

In der Werkstatt Laubusch wurde dafür ein Düsenstrahltriebwerk eines MIG- Jagdflugzeuges der NVA  an einen Traktor K700 angebaut.


"Dienstberatung"


Leitung der Mechanische Werkstatt Laubusch

Seit dem Ende des Bestehens der Mechanischen Werkstatt Laubusch gibt es weiterhin  "Dienstberatungen".

Diese finden jährlich im November statt.

Dort wurde auch die Idee einer eigenen Internetseite geboren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: W. Buschmann November 2017


Belegschaft


Die letzte auffindbare Belegschaftsliste der Mechanischen Werkstatt Laubusch aus dem Jahre 1992.


Bergmannsschnaps


Den "Trinkbranntwein für Bergarbeiter" gab es steuerfrei. Jeweils einen Liter in den Sommermonaten und zwei Liter in den Wintermonaten.

Mit einer "Schnapsmarke" konnte man ihn im Betriebsladen oder im Konsum/HO für 1,60 M je Liter kaufen.

Über die Qualität wurde viel diskutiert.

Auch wenn er Beinamen wie "Kumpeltod" oder "Schwellensaft" bekam, wer Sauerkirschen oder schwarze Johannisbeeren im Garten hatte, wusste auch, wie man ihn aufbessern konnte.

Foto: Restbestand 2017

Quelle: W. Buschmann


Das Geläut


Kirche Laubusch

Nach einem Anruf des Pfarrers Sander der evangelischen Kirche Laubusch im Jahr 1987, dass sein Geläut nicht mehr richtig funktioniere, haben wir uns das Problem angesehen. Es stellte sich ein Lagerungsschaden der Glocke "Ilse" heraus. Dieser musste natürlich auf dem Turm repariert werden. Die Glocke in Lauchhammer als Stahlguss hergestellt wiegt immerhin 4875 kg.

W. Buschmann

Foto: W. Buschmann Kirche Laubusch 2017


Betriebskantine


Betriebsküche

1955 wurde neben dem Hauptpförtner die neue Kantine eingeweiht. Sie sicherte in allen drei Schichten die Versorgung der Belegschaft mit warmen Essen. Das war eine grundlegende Verbesserung zur alten Küche im Lager 1/Birkenhain. Die Küche wurde gut angenommen.

Bei den Preisen, Grützwurstfülling mit Salzkartoffeln und Sauerkraut (Tote Oma) 0,80 M, Weiße-Bohnen-Eintopf 0,60 M, Spaghetti mit Kochschinken und Spiegelei (teuerstes Essen)  1,45 M,

war das sicher.

 

Obwohl, über die Qualität des Essens wurde immer "rumgemeckert". Nur durfte man nicht vergessen, das eigene Besteck  mit in die Küche zu nehmen, denn in der Küche gab es höchstens einen Löffel aus Aluminium.

Frühstück gab´s im Frühstücksraum der Brigaden.

Foto: Küche Laubusch 2017

Quelle:W. Buschmann

Betriebsküche
Betriebsküche

Foto: Essenausgabe,                                                                                             Foto: Kantine


Betriebsgewächshaus


Mit dem Aufbau einer Gewächshausanlage in den 1960iger Jahren, welche Abwärme der Brikettfabrik nutzte, wurde die Versorgung der Belegschaft mit frischem Gemüse erheblich verbessert. Mit Glück konnte man Ende Februar im Betriebsladen schon grüne Gurken erwischen.


Bei Else


In dieser Baracke befand sich jahrelang eine "Versorgungseinrichtung", heut würde man sagen ein Bistro. Dieses wurde durch eine Dame geführt, die wohl nur unter ihrem Vornamen Else bekannt war. Eine Institution in Laubusch. Ihr Sortiment war nicht viel größer als Fischsemmel, Bockwurst und Flaschenbier. Der Umsatz, bedingt aus der günstigen Lage gegenüber dem Werkstor, war wohl sehr gut.  Der kleine Raum war immer voll und die Luft von Zigarettenqualm zum Schneiden dicht. Bezahlt wurde am 1. und 15. des Monats, an den Zahltagen des Werkes. Zwischenzeitlich half ein großes Buch die Kosten zu erfassen

Foto: W. Buschmann


Der Pförtner


Zwischen dem Verwaltungsgebäude und der Küche war der Haupteingang zum Werk. Bis in die 70er Jahre hinein hing über dem Pförtnergebäude ein großer roter Stern. Was die meisten nicht wussten, war, dass der Stern nur rot leuchtete, wenn die Fabrik  das Plansoll erfüllt hatte.

Ein Foto mit Stern war nicht mehr aufzufinden. Direkt über der Uhr war der rote Stern. (Fotomontage)

Pförtner
Foto: Pförtnergebäude mit Stern (Fotomontage)

Bergmannstag


Zum Tag des Bergmanns wurde auch die Bergmannsprämie ausgezahlt. Das erfolgte in den ersten Jahren noch in Form von Bargeld. Auszahlung war in einem Zelt neben dem Kulturhaus am Sonntag Vormittag am "Tag des Bergmannes". Dort ließ man es meistens richtig krachen, nach dem Motto "Ich bin Bergmann, wer ist mehr?". Das nach Hause Befördern der Bergleute durch die Ehefrauen stellte sich wohl meist kompliziert dar.

Die Auszahlung erfolgte später natürlich per Überweisung. Die Feierlichkeiten zum Tag des Bergmannes wurden aber bis zur Wende weitergeführt (immer am ersten Sonntag im Juli). Dazu gab es große Festprogramme mit einem Umzug durch den Ort. Was sein musste, war der Schlag Erbsensuppe mit Bockwurst und die zentrale Veranstaltung vor der John-Schehr-Halle in der Siedlung.

Quelle: Fotozirkel Laubusch


Foto: Bergmannstag 1972                                                                                 Bergmannstag 1982


Bergmannstag 1983

Foto: Die Musiker aus Prora sind natürlich dabei


Multicar


Haupttransportmittel der Werkstatt waren etwas betagte Multicar.

Mechanische Werkstatt Laubusch

Foto: "innerbetrieblicher Transport"

Mechanische Werkstatt Laubusch

Foto: Materialtransport Zuschnitt


Prora


Es geschah, dass plötzlich ein hochrangiger Offizier der NVA im Büro der Werkstattleitung erschien. Sein Problem, eines seiner Fahrzeuge war mit einem Schaden liegen geblieben. Ein Leichtes für uns, das Fahrzeug wieder flott zu bekommen. Groß war die Überraschung zum Tag des Bergmannes im folgenden Jahr. Es stellte sich heraus, dass das reparierte Fahrzeug dem Musikkorps der NVA (richtig:"Militärtechnische Schule Fachrichtung Militärmusik Prora) gehörte und das gesamte Orchester uns zum Bergmannstag in der Strahlbauhalle aufspielte. Daraus erwuchs eine schöne Tradition. Das Orchester besuchte uns dann regelmäßig zu unserem Festtag. Unser Stahlbau fertigte eine riesengroße Lyra, das Truppensymbol der Militärmusiker und stellte es 1981 vor der Kaserne in Prora auf.

Das letzte Zusammentreffen gab es 1989 zu unserer 75-Jahr Feier.

Fotos: Konzert im Stahlbau

Nachtrag: (23.2.2018)

In der Ausgabe Nr.8/2018 der Superillu erschien jetzt ein Artikel über die bereits genannte Lyra welche wir in Prora aufgebaut haben. Diese ist nach Ende des Musikkorps der NVA 1990 nicht verschrottet worden, sondern nach Siegburg transportiert worden. Dort dient sie nun als das Symbol der Militärmusik dem Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr.

Die Lyra in Prora                                                                                            Die Lyra jetzt in Siegburg

Fotos: Superillu

Lesen Sie auch den kompletten Artikel der Superillu in der Rubrik "Presse"


Deputatbrikett


Jeder Belegschafter erhielt jährlich als Deputat 100 Zentner Brikett.( 0,5t ). Diese Regelung gab es bereits in der Ilse-Bergbau AG und wurde zu DDR-Zeiten beibehalten. Die Brikett waren am Landabsatz abzuholen. Das ging entweder mit dem Handwagen, oder man bestellte ein Fuhrwerk. Dazu wurde jahrelang ein Kutscherhof betrieben, sodass die Brikett mittels Pferdefuhrwerk vor das Kellerfenster kamen. Dieser Hof befand sich in der Mühlenstraße, Ecke zur Erika-Apotheke. Durch die Multicar der Werkstatt wurde dabei tüchtig unterstützt. Man muss wissen, dass in Laubusch nahezu alle Wohnungen und Häuser mittels Kohleöfen geheizt, als auch die Küchenherde betrieben wurden.


Stahlbauauftrag


1984 erhielt die Werkstatt den Auftrag für das Centrum Warenhaus in Hoyerswerda eine Unterstellmöglichkeit für Kinderwagen zu bauen. Die Konstruktion wurde in Laubusch vorgefertigt und durch den Meisterbereich Stahlbau vor dem Haupteingang des Warenhauses montiert.

Zu diesem Zeitpunkt hieß das Warenhaus noch CENTRUM, Hoyerswerda war die kinderreichste Stadt in der DDR und es war möglich den Kinderwagen noch vor einem Kaufhaus unbeaufsichtigt stehen zu lassen.                                          Foto: Gerd Fügert